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Die Locke Thomas Otto Wir schreiben das Jahr 1989. Es war der unvergeßliche Mack-Nini-Jubiläumskongreß. Während ich eine nach trockenem Brot schmekkende Currywurst in der Kongreßkantine aß, setzte sich ein mit einer bunten Fliege geschmückter Zauberkünstler an unseren Tisch. Ein paar Minuten später erfuhr ich, daß dieser Zauberkünstler aus der Schweiz kommt und Christoph Borer heißt. Dieser Kollege wird in den darauffolgenden Jahren meine Zauberkunst und mein Denken so beeinflussen wie kein Zweiter. Tatsächlich, ein paar Tage später flatterte ein Brief aus der Schweiz auf meinen Schreibtisch. Christoph suchte Zauberfreunde, die Lust haben, neue Wege zu gehen und wollte eine Gruppe kreativer „Zauberfuzzis“ ins Leben rufen. Aber wieso mit mir – ich habe doch gar keine Ahnung von Kartenfummeln, Münzenherumwedeln und sonstigen Fingerverkrampfungen. Bis jetzt bin ich doch gut durchs Leben gekommen mit meinem Tuchtrio und der Wasserzeitung. Ich antwortete ihm, und schon ein paar Wochen später trafen wir uns in dem kleinen Schweizer Örtchen Biel. Es begannen die produktivsten und auch kreativsten Jahre nach meiner Tuchtriozeit. Das Fachwissen, das Christoph uns um die Ohren schlug, war schier unerschöpflich. Ich erinnere mich an einen unserer ersten Dänemark-Urlaube. Christoph, Gunni (Gunthard Pupke) und ich mieteten uns ein kleines Häuschen und zauberten, bis der Arzt kam. Morgens so gegen sieben Uhr, wir hatten bereits 17 Stunden gezaubert, wollten Gunni und ich voller Erschöpfung eine Tüte Schlaf nehmen. Christoph schaute uns nur vorwurfsvoll an und brüllte: „ Mit Euch kann man nicht arbeiten. Wenn wir neue Dinge entdecken wollen, gibt es keinen Schlaf“. Er war fanatisch – daran hat sich auch nie etwas geändert. Aber genau dieser Fanatismus war es und ist es, mit dem er seine Kunst ständig und immer wieder vorantreibt. Immer auf der Suche nach neuen Präsentationsformen und vor allem nach neuen Wundern. … weiter im Heft
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